Von Gutenberg zu Gates

In seinem Tagebuch hat Sören Kierkegaard niedergeschrieben, dass Voraussicht eigentlich der Blick zurück ist, eine Widerspiegelung der Zukunft, die sich dem Auge erschließt, wenn es den Blick auf die Vergangenheit richtet. Neil Postman sah das Verschwinden der Kindheit kommen und fürchtete, dass wir uns zu Tode amüsieren. In diesem Vortrag plädiert er dringend für den Blick in die Vergangenheit, um Lösungen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und einen Weg aus der „digitalen Wahnwelt“ zu finden. Professor Dr. Neil Postman lehrte Medienökologie an der New York University in Manhatten und war der wohl bekannteste Kritiker der modernen Medien- und Konsumwelt. Eindringlich warnte er vor unkritischer Technikgläubigkeit und prophezeite Bildungsverlust und Werteverfall im digitalen Zeitalter. Er starb im Jahr 2003.

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Über den Autor

Prof. Dr. Neil M. Postman

Neil Postman, geboren 1931 in New York City, studierte Pädagogik an der State University of New York und der Columbia University. Seit 1959 war er Professor für Kommunikationswissenschaften mit dem Spezialgebiet Medienökologie an der New York University in Manhatten, wo er 1971 an der privaten Steinhardt School of Education das Spezialgebiet „Media Ecology“ ins Leben rief. Seine Vorlesungen fanden derart großen Zuspruch, dass er 1993 als einziger Lehrender der Steinhardt School zum Universitätsprofessor ernannt wurde. Bis 2002 leitete er außerdem den Fachbereich für Kultur und Kommunikation. Seine Ausführungen über die Entmündigung der Gesellschaft durch die neuen Medien machten Postman weltweit bekannt. Auch in der Bundesrepublik wurden seine Thesen heftig und kontrovers diskutiert. Als Festredner der Frankfurter Buchmesse prophezeite er Amerika im Orwell-Jahr 1984 und in Anlehnung an Aldous Huxleys Zukunftsbuch „Schöne neue Welt“, es werde sich als erstes Land „zu Tode amüsieren“. Sein gleichnamiges Buch wurde in 8 Sprachen übersetzt und 200.000 mal verkauft.

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