COVID-19 (das neue Corona Virus)

Das Grundeinkommen wäre Krisen-resistenter als die totale Abhängigkeit von der Wirtschaft

Die Regierungen der europäischen Staaten erlassen Weisungen, welche die Menschen auffordern soziale Kontakte einzuschränken, auf Distanz zu anderen Menschen zu gehen und die Hygiene zu intensivieren. Die Wirtschaft wird komplett heruntergefahren. Keiner weiss mehr womit er morgen, für die fehlenden Einnahmen aus seiner Tätigkeit, aufkommen soll. Unsicherheit und Zukunftsangst wachsen täglich. Ein Virus lähmt das gesellschaftliche als auch das ökonomische Leben. Plötzlich geht es ums Überleben. 

Zur Petition Bedingungsloses Grundeinkommen für die Schweiz in den nächsten 6 Monaten von Martin Fässler

Davon betroffen sind nicht nur jene, die zur Risikogruppe der Erkrankung gehören, sondern alle Menschen der Gesellschaft. Sie hatten den Glauben in Brot und Arbeit zu sein. Sie erkennen, es ist nicht mehr so. Wenigstens jetzt. Heimarbeit wird die Familien näher zusammenbringen aber auch belasten. Selbständige werden sich fragen womit sie ihre Rechnungen bezahlen sollen, wenn ihnen die Arbeit verunmöglicht wird. Die Börsen reagieren mit fallenden Kursen. Die Banken können nicht mehr. Sie leiden noch immer unter der Niedrigzins- bzw. der Nullzinspolitik der Zentralbanken. Dem Dauerbeschuss der öffentlich rechtlichen Sender strömen Informationen von zweifelhafter Herkunft aus den sozialen Netzen zu, und generieren, zusammen mit den sich hartnäckig haltenden Konsumenteninformationen und aufkommenden Verschwörungstheorien einen unvergorenen Brei, für gut informierte, ebenso arme wie gläubige Konsumenten, also für uns alle. Schon an dieser Stelle könnte man eine grosse Klammer auftun, welche Charakteristiken der sich informierenden Menschen analysiert und gegenüberstellt. Einer vertraut nur einer Quelle und stützt damit seine Argumentationen im Austausch mit seinen Mitmenschen. Der andere lässt sich von Informationen aus den sozialen Netzwerken leiten und wieder andere vertrauen auf die Berichterstattung in Rundfunk und Fernsehen. Und dann gibt es ja noch die top Informierten, welche versuchen sich aus vielen Quellen ein Bild zu machen. Während Information den einen künstlich zu versichern scheint, löst sie beim anderen, mit all den aufkommenden und unbeantworteten Fragen, Ungewissheit und Existenzangst aus.

Für mich gilt, alle paar Tage einmal die Internetseite des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zu prüfen, ob neue Weisungen erlassen wurden, welche zu befolgen sind und ansonsten den Informationswahnsinn abzuschalten und meinen Alltag, im vorgegebenen Rahmen, so normal wie möglich zu gestalten.

Was mich aber wirklich beschäftigt, und dies steht im Einklang mit meiner, seit Jahren gewonnen Erkenntnis um ‘Verzicht als Lust wahrzunehmen’, sind alle Menschen die jetzt mit Existenzangst leben müssen. Man stelle sich einfach einmal vor die aktuelle Krise hätte als Teil unseres Systems bereits das bedingungslose Grundeinkommen. So wäre jedem in unserer Gesellschaft das Existenzminimum garantiert. Das würde bedeuten, dass wir zwar alle weniger hätten, aber der Blick auf morgen wäre frei von Existenzangst. Ein erste Finanzierung wäre u.a. mit einer minimalen Finanztransaktionssteuer auf den Hochfrequenzhandel an den Börsen zu erreichen. Das Volk stand 2008 auch hinter den Banken und verhinderte damit deren Zusammenbruch. Eine Finanztransaktionssteuer wurde damals diskutiert und in Aussicht gestellt.

Ein Grundeinkommen wäre wesentlich Krisen-resistenter als die aktuelle totale Abhängigkeit von der Wirtschaft. Unser Geldsystem ist ebenso zu hinterfragen wie unsere Einstellung zur Lebenszeit. Allein schon die Unterteilung in Freizeit, Arbeitszeit und Ruhezeit ist verwirrend. Wir sollten generell von Lebenszeit reden. Es handelt sich nämlich um Deine Zeit, die allein durch Deine Geburt und Deinen Tod bestimmt wird. Wir können diese Zeit nicht vergleichen wie den Preis einer Ware. Wir können den Wert der eingebrachten Leistung eines leistungsfähigeren- nicht mit einem geistig oder körperlich eingeschränkten Menschen vergleichen. Wir können aber nicht den Lebenswert vergleichen. Das Merkmal von Wirtschaft, Technik und Wissenschaft und der Globalisierung ist aber alles vergleichbar zu machen (Stichwort: Big Data). Das ist verständlich, denn es ist die Art, wie wir konditioniert sind, um über Beobachtung und Vergleich Wissen anzusammeln. Und es ist die Art, wie wir konditioniert sind, um instinktiv Gefahr zu erkennen. Wenn man sich dann noch bewusst wird, dass alles Wissen auch vom Zeitgeist abhängig ist (Die Erde ist keine Scheibe, auch wenn das Gegenteil zu behaupten in jener Zeit ein Todesurteil bedeutete, als diese Annahme als gefestigt galt), dann sollte man auch verstehen, dass weder unser aktuelles Wissen absolut, noch unsere Wirtschaft von Gott gewollt ist. Und man müsste erkennen, dass Hoffnung und Zuversicht keine Kernkompetenzen, weder der einen noch der anderen Abteilung sind. Auch Gerechtigkeit spielt in der Wirtschaft und in der Wissenschaft nur so lange eine Rolle, wie sie die Resultate bzw. die Gewinne nicht schmälert. Unsere Gemeinschaft müsste also mit sozialem Verständnis und nicht mit blinder Wirtschaftsgläubigkeit der Krise entgegenwirken und mindestens den Schritt aus Anerkennung der Existenzberechtigung, zur Anerkennung einer würdigen Existenz leisten.

Glaube mir, es macht einen Unterschied, ob Du Dich vor dem Essen mit einem kurzen Gebet dafür bedankst oder nicht. Essen ist überleben, bewusst essen ist leben. Bewusstsein schafft Genuss und Freude. Ignoranz verhindert genauso wie Unwissen, Lebensqualität und den Blick auf Lebenswertes und Schönes. Strenggläubigkeit und Engstirnigkeit verhindern aber bessere, gerechtere Lösungen. Die Politik fordert uns auf zu verzichten. Wir fordern die Politik auf jetzt umzudenken und neue adäquate Lösungen für eine neue Gesellschaft mit neuen Herausforderungen zu erarbeiten. Wir fordern ein bedingungsloses Grundeinkommen.

 

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Über den Autor

HW

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Hallo, ich bin Hermann.

Ich bin der Vater von drei Kindern, die mir alles bedeuten. Ich kam am 13.08.1961 in Winterthur zur Welt. Das war der Tag, an dem die Berliner Mauer gebaut wurde. Sie hielt bis zum 9.11.1989. Ich stehe noch. Allerdings hat mich diese Mauer immer und immer wieder beschäftigt. Sie steht für eine gewaltsame Trennung von Menschen. Die freiwilligen Trennungen sind aber auch nicht besser. Ich weiss es. Ich bin schon dreimal geschieden. Diese Webseite entsteht für meine Kinder. Danken möchte ich all den lieben Menschen, die mich mein Leben lang begleitet, inspiriert und geliebt haben. 

Ich bin auch der Betreiber dieser Webseite und für die Inhalte verantwortlich.

 

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