Angst und Macht

Neoliberalen Transformationsprozesse haben unmittelbar spürbare negative Folgen.

Die neoliberalen Transformationsprozesse haben unmittelbar spürbare negative Folgen vor allem für diejenigen, die zum unteren Bereich der Einkommens- und Vermögensskala gehören. Ihre längerfristigen Folgen betreffen allerdings uns alle, da diese Prozesse unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören. Da dies der Bevölkerung nicht verborgen bleibt, ist eine massive Manipulation des Bewusstseins notwendig. Dabei spielt die systematische Erzeugung gesellschaftlicher Ängste eine ganz besondere Rolle. Aus macht-technischer Sicht haben Ängste den Vorteil, dass sie leicht zu erzeugen sind und sehr viel tiefergehende psychische Auswirkungen auf unser Handeln und unser Nichthandeln haben als beispielsweise Meinungen. Da Angst in der menschlichen Evolutionsgeschichte ein Wirkfaktor ist, dem bei der Regulierung sozialer Beziehungen und bei der Errichtung sozialer Ordnungen eine wichtige Rolle zukommt, lässt sich genau diese Funktion auch manipulativ zur Sicherung von Herrschaft nutzen.

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Über den Autor

Prof. Dr. Rainer Mausfeld

Professor Dr. Rainer Mausfeld lehrte bis zu seiner Emeritierung 2016 Psychologie an der Universität Kiel mit den Schwerpunkten Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung. Mit seinen gesellschaftspolitischen Beiträgen zur neoliberalen Ideologie und Techniken des Meinungsmanagements wurde er einem breiten Publikum bekannt.

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