Gedanken zur festlichen Zeit 17/18

Ich träume von einem würdigen Umgang mit unserer Umwelt. Ich träume von einem individuellen und gesellschaftlichen Für- und Miteinander. Ich träume von Gleichberechtigung und Respekt gegenüber allen Menschen, Fauna und Flora. Ich träume von Liebe und Vergebung. Ich träume von einer besseren Welt, für Dich, der Du Dir die Zeit nimmst, diesen Text zu lesen und genauso für mich und für uns alle.

Inhalt

Moral als Aspekt der menschlichen Natur

Rohstoffe

  1. Landnutzung, Schädlingsbekämpfung
  2. Nutztiere
  3. Bevölkerung
  4. Geld

Die Megatrends

Der Glaube

Die erste Frage, die sich mir stellt lautet: Wie kann man ethische Anliegen beschreiben, ohne dass sie moralschwanger wahrgenommen werden? Ethik wird nicht zuletzt auch als Moralphilosophie bezeichnet. Schon jetzt, wie ich mir allein zur Form Gedanken mache, merke ich, dass sich der Begriff Moral in der gesellschaftlichen Wahrnehmung eher schwertut. Meist erwarten Leser von Texten mit moralischen Inhalten den erhobenen Zeigefinger. Das möchte ich auf keinen Fall. 

Moral als Aspekt der menschlichen Natur

Als soziales Wesen erfährt der Mensch von Geburt an im Normalfall Liebe, die Bereitschaft zum Verzicht und zur Fürsorge. Ohne diese Eigenschaften wäre ein dauerhaftes Zusammenleben in Gemeinschaften nicht möglich. Sie haben sich im Laufe der Evolution entwickelt und die Veranlagung dazu liegt demnach in den Genen. Der Biologe Hans Mohr drückt es folgendermassen aus: „Wir brauchen moralisches Verhalten nicht zu lernen – es ist eine angeborene Disposition, die uns befähigt, das moralisch Richtige zu treffen. “Die konkreten Moralvorstellungen eines Menschen sind jedoch kulturell überprägt: Sie äussern sich etwa in der „goldenen Regel“, in religiösen Handlungsvorschriften (etwa die Zehn Gebote im Christentum, die Fünf Silas im Buddhismus oder die Traumzeit-Mythologie der australischen Aborigines) oder in den Rechtsnormen der modernen Staaten. Trotz der moralischen Veranlagung können Erziehung und ideologische Manipulation selbst destruktive Verhaltensweisen zum angeblich „Guten“ erheben, die den eingangs genannten Eigenschaften komplett widersprechen. (Wikipedia) 

Und gerade deshalb behaupte ich, die Zukunft ist ethisch oder gar nicht. Diese Aussage stammt zwar nicht von mir, sondern war der Titel eines Vortrags von Hans Ruh, aus der Reihe Tele-Akademie (Link klicken um den Vortrag zu sehen).

Der Begriff Ethik - eigentlich die Lehre vom richtigen Handeln - wird heute gerne und häufig, auch von Wirtschaftsführern und Politikern, benutzt. Dabei scheinen uns die Grundwerte und -normen des Zusammenlebens und der Verantwortung vielerorts verloren gegangen zu sein. Umweltzerstörung, Armut, Gewalt und Risikotechnologien bedrohen die Lebensgrundlagen und die Lebensqualität von immer mehr Menschen.

Hans Ruh beschreibt, dass die Probleme nicht vorrangig materieller, sondern geistiger Natur sind. Weltweite Armut beispielsweise könnte beseitigt werden. Nicht Mangel an Materiellem, sondern fehlende geistige Orientierung verhindert Lösungen.

Rohstoffe

Damit man versteht, was sich hinter den schönen Etiketten verbirgt, muss man etwas genauer hinschauen.

1.      Landnutzung, Schädlingsbekämpfung

Im Oktober dieses Jahres wurde eine Studie in PLOS One veröffentlicht. Sie stützt sich auf die Sammelresultate des Entomologischen Vereins Krefeld in Nordrhein-Westfalen und machte auf das Insektensterben aufmerksam. Ich habe ein gemischtes Gefühl, wenn ich von Studien höre. Oftmals entstehen Grabenkämpfe zwischen Verbänden oder politischen Parteien, die lediglich dazu führen, dass die eigentliche Aussage, nämlich, dass ein alarmierender Trend erkannt wurde, in den Hintergrund gerät.

In dieser Studie wurde mehr als 75 Prozent Verlust an Biomasse bei Fluginsekten festgestellt. Die Daten dazu wurden über einen Zeitraum von 27 Jahre gesammelt und ausgewertet. Mittlerweile stellt sich also nicht mehr die Frage, ob die Insektenwelt in Schwierigkeiten steckt, sondern vielmehr wie der Insektenrückgang noch zu stoppen ist. Was denkst Du dazu, dass diese Nützlinge immer weniger werden? 

2.      Nutztiere

Glaubst Du, dass wir Nutztieren würdig und respektvoll begegnen? Schon das Wort Nutztier degradiert die natürliche Bestimmung eines Lebewesens. Seine Existenz dient nur dem Nutzen des Menschen. Welche Standards heute Gültigkeit haben dokumentiert der Film Earthlings aus dem Jahre 2005 (Link klicken um den Film anzusehen).
Der Film ist ab 18 und die wenigen Kommentare von Joaquin Phoenix sind in einfachem Englisch. Es sind die Bilder die sprechen. IMDb Wertung 8,7) 

Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen.
Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt.
Dann wird sie bekämpft.
Und schliesslich wird sie als selbstverständlich angenommen.

Arthur Schopenhauer (1788-1860)

Ich will nicht weiter zu diesem Thema ausholen, auch wenn die Liste normativer Gräueltaten zur Gewinnung tierischen Rohstoffs noch beliebig fortgesetzt werden könnte (Silberfüchse, Robben, Elefanten, Nashörner etc.).

3.      Bevölkerung

Das Glücksversprechen der westlichen Kultur ist ständig steigender materieller Wohlstand. Aus vielen Gründen wird es jedoch immer schwieriger, dieses Glücksversprechen einzulösen. Was geschieht, wenn dieses Glücksversprechen nicht mehr erfüllt wird? Solange die Bevölkerungen der früh industrialisierten Länder darauf ausgerichtet bleiben, ihren materiellen Wohlstand zu mehren, wird ein Rückgang dieses Wohlstands heftige Reaktionen auslösen - bis hin zur Infragestellung der freiheitlich-demokratischen Ordnung. (denkwerkzukunft.de)

Ein Vortrag zum Thema
Tele-Akademie aus dem Jahre 2006

Epochenwende.
Gewinnt der Westen die Zukunft?
Prof. Dr. Meinhard Miegel

Die Idee des Wachstums hat zwei Jahrhunderte lang die europäische Wirtschafts- und Sozialpolitik geprägt. Doch die Wachstumsraten der Vergangenheit sind ein für alle Mal vorbei. Während die westlichen Gesellschaften stagnieren, fordern junge, dynamische Länder aus anderen Weltregionen sie heraus. Kann Dein Heimatland, Europa, der Westen diesen Wechsel verkraften? Welche bestehenden, welche neuen Paradigmen hat die Zukunft?

  • Wusstest Du, dass 1930 der Anteil an Europäern mehr als einen Drittel der Weltbevölkerung ausmachte? Heute sind es noch ca. 11-12%
  • Wusstest Du, dass es noch nie in der Geschichte vorkam, dass ein Volk überalterte so wie das heute, für die Bevölkerung der früh industrialisierten Länder, der Fall ist?
    Das Durchschnittsalter eines Schweizer liegt aktuell bei ca. 43 Jahren oder sogar etwas höher.

Taschenstatistik der Schweiz 2017

4.      Geld

Bill Gates, Amancio Ortega, Warren Buffett, Carlos Slim Helu, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg, Larry Ellison und Michael Bloomberg: Sie besassen im vergangenen Jahr 426 Milliarden Dollar – 3,6 Milliarden Menschen (ca. die halbe Weltbevölkerung) kamen dagegen zusammen auf lediglich 409 Milliarden Dollar.

Fast 40 Prozent des weltweiten Geldes werden inzwischen von Hedgefonds verwaltet. Firmen wie BlackRock sind global an fast allen grossen Konzernen beteiligt. Spekuliert wird an den Börsen in New York, Frankfurt oder London. Das künstlich generierte Geld fliesst in die Taschen einiger weniger Milliardäre und kaum zurück in die Volkswirtschaft.

Sagt Dir die Firma BlackRock etwas? Nein? Das Finanzunternehmen hat allein im 3. Quartal 2017 ein Vermögen von sechs Billionen US-Dollar verwaltet. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands, also die Summe aller produzierten Waren und erbrachten Dienstleistungen, betrug im ganzen Jahr 2016 nur annähernd 3,5 Billionen Dollar. Sogenannte Vermögensverwalter wie BlackRock, JPMorgan, Vanguard, Capital Group oder Fidelity, die vorwiegend aus den USA kommen, sind inzwischen an den meisten grossen Konzernen der Welt beteiligt und treiben einen Turbokapitalismus voran.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich Finanzfirmen eine dominante Stellung in der globalen Wirtschaft erarbeitet. Sie treffen dort auf das geballte Kapital von Staaten wie China, von arabischen Fürstentümern und russischen Oligarchen sowie auf die Milliarden von Pensionsfonds und grossen Familienunternehmer-Dynastien, denen es um neue Produkte und neue Märkte geht. In diesem über Finanzmärkte gesteuerten Neokapitalismus findet weltweit eine Umverteilung von unten nach oben statt - zu denen, die diesen schrankenlosen Finanzkapitalismus beherrschen.

Ein Vortrag zum Thema:

Wem gehört die Welt?
Die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus 2017 -
Hans-Jürgen Jakobs

Ich will es für den Moment bei diesem kleinen Streifzug von Beobachtungen belassen. Ich bin mir aber bewusst, dass noch viele Themen wie Konsum, Energie, Klima, Globalisierung und Digitalisierung etc. in die Aufzählung gehört hätten.

Allerdings würden sie die Erkenntnisse, die ich daraus ableiten möchte, nur noch geringfügig beeinflussen. 

Die Megatrends

Wenn wir heute einem Politiker bzw. einer Politikerin zuhören, so werden drei Megatrends laufend und Partei übergreifend erwähnt.

  • Globalisierung
  • Digitalisierung
  • Nachhaltigkeit

Damit wird um die Wählergunst geworben. Aber hast Du schon bemerkt wie schwammig die Begriffe sind? Die passen einfach auf alles. Das Wichtigste in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ist, dass Gewinne erarbeitet werden. Und genau das ist das Problem. Es geht nicht um Liebe, Bereitschaft zum Verzicht und Bereitschaft zur Fürsorge, sondern es geht um Gewinne.

Stell Dir aber einmal vor, es ginge tatsächlich um Liebe, die Bereitschaft zum Verzicht und die Bereitschaft zur Fürsorge und nicht ums Geld. Ich glaube es gäbe diese Art der Ausbeutung nicht. Wir hätten eine andere Chronologie der Fragestellung zur Entscheidungsfindung. So würde bei neuen Projekten vielleicht zuerst nach der Gesellschaftsverträglichkeit gefragt. War die «guten Gewissens» gegeben, würde die Frage der Umweltverträglichkeit geprüft. Erst wenn das Projekt auch diese Hürde genommen hat, würde die Frage nach der Wirtschaftlichkeit gestellt.

Heute stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit zuerst und wenn diese vielversprechend ist, werden von Umweltbehörden und ethischen Institutionen Labels erworben, die den Schein der Nachhaltigkeit wahren. Ich nehme mal CO2-Abgaben als Beispiel.

Längst hat das Geld seine Glaubwürdigkeit als Lebenssaft der Gesellschaft verloren. Trotzdem ist sein Stellenwert in der Gesellschaft weit höher als der, des ethischen Denkens und Handelns. Der Glaube an das Glück, wenn man Millionär wäre, ist weiterverbreitet als der Gottesglaube der unser individuelles Gewissen stärken und uns lebensfähig machen könnte. Selbst die Religionen, die das kollektive Gewissen kleiner Gemeinschaften, Familien und der Gesellschaft hätte stärken sollen, sind dem Reiz des Mammons erlegen. 

Der Glaube

Ich träume von einem würdigen Umgang mit unserer Umwelt. Ich träume von einem individuellen und gesellschaftlichen Für- und Miteinander. Ich träume von Gleichberechtigung und Respekt gegenüber allen Menschen, Fauna und Flora. Ich träume von Liebe und Vergebung. Ich träume von einer besseren Welt.

Deshalb habe ich wieder gelernt zu glauben und zu beten und mich zu bescheiden. Denn an allem Anfang steht der Glaube. Ohne ihn ist nichts; keine Wissenschaft, keine Hoffnung und keine Liebe. Nur der Glaube versetzt Berge. Dies erkannten auch grosse Vorbilder der Musik, Literatur und der Wissenschaft (Bsp. J.-S. Bach, H. Hesse oder A. Einstein).

Ich werde mich verstärkt in Bescheidenheit üben und noch genauer hinsehen, was ich konsumieren will, oder wofür ich meine Lebenszeit einsetze. Auf alle Fälle hat der Reichtum, den ich suche, nichts mit Geld zu tun. Geld brauche ich nur zum Überleben.

Dir, der Du bis zum Schluss gelesen hast, danke ich für Deine Zeit und für Dein Interesse. Ich hoffe, dass Du Bescheidenheit als Glücksbringer erkennen konntest. Mein Motto für die kommende Zeit soll ein Zitat von Erich Kästner sein, welches meine Mutter mich lehrte und dessen Sinn sie mir vorgelebt hat:

Es gibt nichts Gutes,
ausser man tut es.

 

Ein Frohes neues Jahr!

Hermann

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Über den Autor

HW

HW

Hallo, ich bin Hermann.

Ich bin der Vater von drei Kindern, die mir alles bedeuten. Ich kam am 13.08.1961 in Winterthur zur Welt. Das war der Tag, an dem die Berliner Mauer gebaut wurde. Sie hielt bis zum 9.11.1989. Ich stehe noch. Allerdings hat mich diese Mauer immer und immer wieder beschäftigt. Sie steht für eine gewaltsame Trennung von Menschen. Die freiwilligen Trennungen sind aber auch nicht besser. Ich weiss es. Ich bin schon dreimal geschieden. Diese Webseite entsteht für meine Kinder. Danken möchte ich all den lieben Menschen, die mich mein Leben lang begleitet, inspiriert und geliebt haben. 

Ich bin auch der Betreiber dieser Webseite und für die Inhalte verantwortlich.

 

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